An der Fassade am Dobben 149 realisierte Hannes Middelberg eines seiner ersten Wandbilder – und bis heute sein größtes. Normalerweise in einer darstellenden wie auch experimentell abstrakten und seriellen Zeichenpraxis zwischen händischer und maschineller Arbeit sowie dem Tätowieren im Studio verortet, übertrug er seine Erfahrungen des Zeichnens und Tätowierens auf dem menschlichen Körper nun auf die monumentale Fläche der Hauswand.
So entstand nach einer Phase der Annäherung und des Skizzierens innerhalb weniger Tage ein Werk, das aus der Distanz im Straßenraum ebenso funktioniert wie im unmittelbaren Nahblick. Bildlicher Ausgangspunkt für das Wandbild sind zwei kleine Studien: die Skizze des Fruchtkörpers eines Tannenzapfens und eine maschinell erzeugte Zeichnung in Rotationsbewegung. In zwei Farben auf die Fassade gebracht, verbinden sich die organischen Formen mit den in die Wand eingelassenen Fenstern und der ausgewachsenen Birke im Vorgarten des Hauses. Deren Äste werfen im Tages- und Jahresverlauf lange Schlagschatten auf die Wand. So bleibt das Bild im Zusammenspiel von Architektur, Umgebung und Licht in ständiger Bewegung.